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Das letzte Jahr im Rückblick

Überwiegend schlechte und negative Schlagzeilen brachte das letzte Jahr; Bankenkrise, Rezession, schwierige Zeiten, Arbeitslosigkeit, das waren die Schlagworte und Headlines in der Presse.

Nicht so für uns als "Small Scale Farmers" mit unseren "Free-Range Happy Chicken". Ja, ja, wir wissen, wir sollten mehr deutsch reden, aber wir sind gerade zurück von einer längeren Reise nach Frankreich und Kalifornien. Hier konnten wir das erleben, was in Deutschland mehr und mehr vom Aussterben bedroht ist: Kleine überschaubare Bauernhöfe als Familienbetriebe mit artgerechter Tierhaltung, ganzjährig im Freiland und in kleinen Gruppen!

Für unseren Betrieb waren die letzten Jahre sehr vielversprechend. Es hat sich gelohnt, antizyklisch zu investieren und sich den Auflagen der staatlichen Bürokratie in deutschen Landen zu widersetzen. Keiner unserer Bauerngockel musste trotz (erneuter) Aufstallungspflicht ein kümmerliches Dasein im Stall fristen, nur weil sich große Mastbetriebe der Agrarlobby im Chicken-Country (Vechta/ Cloppenburg) wieder im Putenstall einen Virus eingefangen hatten! Auch konnten wir bisher erfolgreich die Zahlung von durch den Landrat verhängten Zwangsgeldern verhindern. Wir versprechen Ihnen als unseren treuen Kunden, dass wir auch weiterhin unsere Ziele kompromisslos verfolgen werden:

Dies sind

1. eine artgerechte Tierhaltung in kleinen Gruppen und versetzbaren Ställen sowie

2. beste Qualität durch langsames Wachstum und konsequente Freilandhaltung,

3. höchstmögliche Futterqualität aus regionalen (Bio-) Resourcen und

4. direkte Belieferung des Endverbrauchers mit absolut frischer Ware

Für uns ist die o.a. Reihenfolge der entscheidende Weg zum Erfolg, denn nur durch unsere Investitionen in eine Elterntierhaltung und Brutapparate konnten wir uns langsamwachsende Eintagsküken aus französischer Genetik sichern. Desweiteren werden wir dieses Jahr endgültig unseren künstlerisch gestalteten Schlachtraum fertigstellen. Passend zu unserem Uelzener Hundertwasserbahnhof haben wir nur 5 km entfernt in unserem kleinen Dorf ein kostbares und wichtiges Highlight geschaffen.

Nicht nur weil nunmehr auf lange Sicht ein so eleganter Raum für die hofeigene Schlachtung (ohne Tiertransport) geschaffen wurde, sondern weil es durch die Qualität und Sauberkeit den staatlichen Veterinärbehörden schwerfallen dürfte, uns die Schlachtlizenz zu entziehen. Letzteres ist ja vielen kleinen Betrieben in der Vergangenheit passiert, die durch immer größere Auflagen gezwungen wurden, ihren Hof aufzugeben.

Man will halt, wie z.B. in Bayern einen großen Schlachtbetrieb mit Kapazitäten bis zu 200.000 Stück Geflügel am Tag. Angeblich, weil man Schlachtung und Qualität dann besser kontrollieren kann; die Skandale bei der Fleischerzeugung sprechen leider eine andere Sprache...

Artgerechte Tierhaltung und bestmögliche (Muskel-) Fleischqulität stehen für uns ganz obenan in unserer Betriebsphilosophie. Erst dann kommt für uns das (leidige) Thema BIO. Hier wurde in den letzten Jahren, bedingt durch den Bio-Boom vieles nicht gerade zum Bessern verkehrt. So haben alle großen Verbände wie Demeter und Bioland die Gruppengrößen nach oben und die Mastdauer nach unten "projektiert"! Bioland erlaubt Ställe mit mit zu 5.800 Stück Geflügel, und ein Demeter Nachbar in unserem Landkreis will dieses Jahr in 2.500er Ställen mit Automatikfütterung in nur neun Wochen Mastdauer über 50.000 Stück Mastgeflügel "produzieren". Letzteres ist nur möglich mit weißen Masthybrid-Küken, weniger Bewegung (Wintergarten) und einer AD-Libitum Fütterung bis zum Endgewicht.

Bei diesen großen Geflügelgruppen stellt die Eiweißversorgung im Futter ein großes Problem dar. Sie kann im Biobereich nur über Pflanzen wie Erbsen, Bohnen oder Soja erfolgen, das vorwiegend aus China (!) kommt. Da über 92 % des konventionellen Sojaanbaues in den USA z.B. schon genverändert sind, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis Mutationen auch im Biobereich nicht mehr ausgeschlossen sind. Aus diesem Grunde kommt einer regionalen Futterversorgung ohne Import und Transport über weite Strecken eine besondere Bedeutung zu.

Desweiteren ist die Mastdauer und der Freilandauslauf aller Tiere im Stall ein wichtiger Qualitäts-Bestandteil. Die EG-Bioverordnung schreibt sinnvollerweise eine Mindestmastdauer von 81 Tagen vor (dies ist auch vorgegeben beim französischen Label Rouge Geflügel), die meisten Bio-Betriebe mästen jedoch heute in nur 63 Tagen (s.o.) und brauchen deshalb eine Ausnahmegenehmigung! Wir füttern unsere Bauerngockel ab der achten Lebenswoche sehr restriktiv, so dass die Tiere gezwungen sind, auf der Wiese zu laufen und sich ihr Futter selbst zu suchen. Nur so erhält man qualitativ hochwertiges Muskelfleisch, was von unseren Kunden mit dem Gaumen wahrgenommen wird!

So war es für uns im vergangenen Jahr auch eine besondere Verpflichtung, dem NEULAND-Verband beizutreten. Dieser hat sich seit Jahren der artgerechten Tierhaltung und der Regionalität verschrieben. Gründungsmitglieder waren vor nunmehr 20 Jahren der BUND, der deutsche Tierschutzbund und der Arbeitskreis bäuerliche Landwirtschaft. Kleinbäuerliche (Familien-) Strukturen mit regionalem Futter und Produktverkauf ist das Ziel dieses recht einflußreichen Verbandes. So sind Schweine und Rinder im Freien sowie z.B. die Ferkelkastration wichtige Argumente in der Tierhaltung und gehen in vielen Punkten weiter als bei den Bio-Richtlinien.

Wir sind seit über 20 Jahren bio-zertifiziert, fühlen uns aus den o.a. Gründen aber nicht mehr sehr heimisch "in diesen Gefilden". Nach detaillierten Diskussionen mit dem Bioland Vorstand auf der Grünen Woche in Berlin und einem danach sehr unergiebigen Schriftwechsel mit den zuständigen Personen haben wir uns entschieden, die (Bioland) Kontrollstelle zu kündigen, um eine neue und unabhängige Firma mit unserer Kontrolle zu beauftragen. Dies besonders auch deshalb, weil der größte Geflügelproduzent dieses Verbandes (die Fa. RoBerts) kürzlich in einen noch nie dagewesenen Futterskandal verwickelt war. Bei über 2.000 to manupuliertem Futter hat auch die zuständige Kontrollstelle ABCert "nichts bemerkt". Hier ist Anfang 2009 ein großer Schaden für die gesamte Biobranche und für das Vertrauen der Verbraucher entstanden. Trotzdem ist man bei Bioland nicht bereit, die Hintergründe sachgerecht aufzuarbeiten. Ein Austritt aus diesem Verband und ein Wechsel der Kontrollstelle sind für uns deshalb die logische Konsequenz!

Für Sie als unsere Kunden ändert sich bei uns jedoch garnichts, außer das es manchmal etwas länger dauert mit der Belieferung. Wir sind sehr dankbar für die Geduld, die sie mit uns hatten, besonders im vergangenen Jahr. Wir wollen und müssen uns vergrößern, aber auf keinen Fall zu Lasten der Produkt- und Tierhaltungs-Qualität. So können wir nur recht langsam auf die überwältigende Bestellflut reagieren und unseren Betrieb erweitern. Nach den Investitionen in den Schlachtbereich stehen in diesem Jahr der Bau von weiteren Ställen und die Zupachtung von weiteren Flächen auf dem (Sommerpausen-) Programm.

An dieser Stelle möchten wir noch einmal unseren  PREMIUM - KUNDEN  recht herzlich danken, die es uns ermöglicht haben, alle Investitionen ohne Bankenhilfe und aus eigenen Mitteln zu finanzieren. In der heutigen so schnellebigen "Rezessions-Zeit" können wir uns so ganz auf unsere Ziele und das weitere "stressfreie" Wachstum konzentrieren.

Seien Sie uns auch weiterhin treu und vorallem besuchen Sie uns doch einmal auf unserem Hof (falls noch nicht geschehen!). Nur durch den Besuch auf dem Betrieb ihres Fleisch-Produzenten sind sie vor Überraschungen wie den o.a. Skandalen sicher. In diesem Sinne laden wir Sie ein für das Jahr 2009:

C o m e   and   L o o k   around,

                                    ...our free range chicken will be very  HAPPY  to see  YOU  !


                                                          I h r e

F a m i l i e 

Odefey 
 

 
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